Start auf dem E11 – unterwegs trotz Regen
Der Start in eine neue Wanderung bringt immer eine gewisse Spannung mit sich. Doch dieses Mal kam noch eine zusätzliche Unsicherheit dazu: das Wetter.
Schon am Vortag hatte ich den Wetterbericht im Blick. Regen war angekündigt – und das nicht zu knapp. Ich war hin- und hergerissen, ob ich die Tour überhaupt starten sollte. Die Entscheidung wollte ich spontan am nächsten Morgen treffen.
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Entscheidung am Morgen – Aufbruch trotz Regen
Am Morgen des 16. März war die Lage eindeutig: Es regnete.
Kurz überlegt – und dann die Entscheidung getroffen: Ich gehe trotzdem los.
Also ging es zum Bahnhof und mit dem Zug nach Osnabrück. Mein Startpunkt: Osnabrück Altstadt. Hier beginnt für mich der Wittekindsweg, der gleichzeitig Teil des europäischen Fernwanderweges E11 ist.

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Mit gemischten Gefühlen starte ich die Wanderung. Wie wird der Tag verlaufen? Wird das Wetter durchhalten oder wird es ein nasser Marsch?
Das große Abenteuer Wandern auf dem Fernwanderweg E 11
Schnell raus aus der Stadt.
Ein großer Vorteil: Es dauert nicht lange, bis ich das bebaute Stadtgebiet hinter mir lasse.
Der Weg führt zunächst entlang von Schrebergärten – ruhig, fast schon ländlich. Schritt für Schritt lasse ich die Stadt hinter mir und tauche in eine entspannendere Umgebung ein.

Bald erreiche ich den Bereich rund um das Kloster Gertrudenberg. Nach dem Wagener-Tor geht es weiter in den Bürgerpark, ein grüner Abschnitt mitten in der Stadt, der den Übergang in die Natur angenehm gestaltet.
Auch ein Stück entlang eines Friedhofs gehört zur Strecke – ruhig, nachdenklich und passend zur leicht grauen Stimmung des Tages.
Ein Hauch von Frühling
Bevor es richtig in die Natur geht, mache ich noch einen kleinen Umweg, um Verpflegung einzukaufen. Eine gute Entscheidung – gerade bei diesem Wetter.

Kurz darauf erreiche ich eine kleine Obstbaumallee. Hier zeigt sich zum ersten Mal an diesem Tag der Frühling: blühende Bäume setzen farbliche Akzente in die graue Landschaft. Ein schöner Moment, der direkt gute Stimmung bringt.
Entlang der Nette – Natur und Ruhe
Der Weg führt mich weiter zur Nette, die durch das Naturschutzgebiet Netteaue fließt.

Hier wird es deutlich ruhiger. Der Weg folgt dem Flusslauf, begleitet von einem schönen Baumbestand. Immer wieder sehe ich Angler, die geduldig am Wasser sitzen und ihr Glück versuchen.
Es ist einer dieser Abschnitte, bei denen man automatisch langsamer wird. Der Regen ist zwar noch da, aber die Umgebung macht vieles wett.
Waldpassagen und unerwartete Begegnungen
Ein Stück des Weges verläuft durch Wald entlang der Nette. Die Geräusche werden gedämpfter, der Boden weicher – eine ganz eigene Atmosphäre.
Nach dem Verlassen des Waldes werde ich kurz aufgehalten: An einer Pferdekoppel stehen neugierige Pferde direkt am Zaun und beobachten mich. Ein kurzer Moment der Begegnung, der die Wanderung auflockert.

Östringer Steine – Zeitreise in die Vergangenheit
Ein echtes Highlight auf dieser Etappe sind die Östringer Steine.
Diese Großsteingräber sind mehrere tausend Jahre alt und stammen aus der Jungsteinzeit. Hier wird deutlich, wie lange Menschen diese Region bereits besiedeln.

Für einen Moment fühlt sich die Wanderung wie eine kleine Zeitreise an. Zwischen den massiven Steinen wird Geschichte greifbar.
Zurück an die Nette
Nach diesem Abstecher führt der Weg wieder hinunter zur Nette. Der kleine Fluss begleitet mich erneut ein Stück des Weges.

Auch hier sind wieder Angler zu sehen, die ruhig am Wasser sitzen. Die gleichmäßige Bewegung des Wassers und die ruhige Umgebung sorgen für eine fast meditative Stimmung.
Rulle – Geschichte und kurzer Zwischenstopp
An der Wassermühle und dem Hochseilgarten verlasse ich die Nette und gehe weiter in Richtung Rulle.

Der Ort bietet einige interessante Punkte, auch wenn nicht alles im besten Zustand ist. Die alte Wassermühle wirkt bereits etwas verfallen, hat aber dennoch ihren eigenen Charme.
Der eigentliche Höhepunkt ist die Wallfahrtskirche St. Johannes Rulle. Sie ist ein bedeutender Wallfahrtsort der Region und zieht seit Jahrhunderten Besucher an.

Hinter Rulle lege ich schließlich eine Pause ein – Zeit zum Durchatmen und Kraft sammeln.
Letzter Abschnitt – Regen und Ziel in Sicht
Nach der Pause geht es weiter durch ein Waldgebiet in Richtung Engter.
Unterwegs passiere ich zwei Schutzhütten – und das zur richtigen Zeit. An der ersten erwischt mich ein kräftiger Regenschauer. Glück gehabt: Ich kann mich unterstellen und trocken bleiben.

Danach ist es nicht mehr weit bis zum Etappenziel. Kurz hinter der zweiten Schutzhütte kommt bereits der Abzweig für die nächste Etappe.
Kleiner Rückschlag zum Schluss
Von hier aus gehe ich zur Hauptstraße, um den Bus zu erreichen. Doch dann der kleine Dämpfer:
Den Bus habe ich um fünf Minuten verpasst.
Also heißt es warten – eine Stunde. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, gehe ich noch ein Stück weiter bis nach Engter. Von dort aus fahre ich mit dem Bus zurück nach Osnabrück und anschließend mit dem Zug nach Hause.
Fazit – ein gelungener Start trotz Wetter
Auch wenn das Wetter durchwachsen war, hat sich diese Wanderung absolut gelohnt.
Der Start auf dem Wittekindsweg war abwechslungsreich, ruhig und überraschend vielseitig. Von städtischen Abschnitten über Flusslandschaften bis hin zu historischen Orten wie den Östringer Steinen war alles dabei.
Manchmal sind es gerade die Tage mit schlechtem Wetter, die besonders in Erinnerung bleiben.
Ich bin gespannt auf die nächste Etappe.
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