Mai bei Dorsten – Entlang der Lippe zwischen Fähre, Störchen und Industriegeschichte
Die Wetterbedingungen hätten nicht besser sein können: strahlender Sonnenschein am 1. Mai – was will man mehr? Also machten wir uns mit dem Regionalzug auf den Weg nach Dorsten, um dort eine entspannte Rundwanderung zu starten.

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Diese Tour ist keine große sportliche Herausforderung. Mit rund einem Kilometer und ohne nennenswerte Höhenmeter geht es hier vor allem um eines: draußen sein, Strecke machen und die Natur genießen. Ob das an einem Feiertag wie dem 1. Mai überhaupt möglich ist, wollten wir selbst herausfinden.
Ruhiger Start am Blauen See
Startpunkt war der Bahnhof Hervest-Dorsten. Die ersten Meter führten uns noch durch bebautes Gebiet, doch schon bald erreichten wir den Blauen See. Am frühen Morgen lag er noch ruhig da. Kaum Menschen waren unterwegs, nur das Zwitschern der Vögel begleitete uns – ein perfekter Auftakt.
Von hier ging es auf einem Radweg weiter in Richtung Lippe.
Bewegte Bilder: Unser Film auf YouTube
Muskelkraft statt Motor: die Lippefähre
Ein erstes Highlight ließ nicht lange auf sich warten: die Lippefähre. Ich war fest davon ausgegangen, einfach übergesetzt zu werden – doch weit gefehlt. Stattdessen hieß es: selbst kurbeln!
Zuerst mussten wir die kleine Fähre von der gegenüberliegenden Seite zu uns herüberziehen, bevor wir überhaupt einsteigen konnten. Und dann das Ganze noch einmal, um den Fluss zu überqueren. Das war tatsächlich mehr Arbeit als gedacht.

Aber wie so oft wird man belohnt: Mitten auf der Lippe bot sich uns ein wunderschöner Blick auf die Landschaft – definitiv ein erster Höhepunkt dieser Tour.

Zwischen Lippe und Kanal – mittendrin statt allein
Der Weg führte uns weiter zwischen der Lippe und dem Wesel-Datteln-Kanal entlang. Hier war es dann vorbei mit der morgendlichen Ruhe. Zahlreiche Radfahrer und Wanderer waren unterwegs – wenig überraschend bei diesem Wetter und am 1. Mai.

Wir folgten dem Fluss weiter, bis sich die Strecke an der „Blauen Brücke“, auch bekannt als Zechebrücke, veränderte.
Endlich Ruhe: der versteckte Trail
Ab hier wurde es plötzlich deutlich ruhiger. Der Weg führte auf einen schmaleren Trail, der von den meisten Ausflüglern gemieden wird. Endlich waren wir allein unterwegs und konnten die Natur wieder intensiver wahrnehmen. Teilweise war der Weg zwar ordentlich zugewachsen, aber genau das machte den Reiz aus.

Hier legten wir auch unsere erste Pause ein – mitten im Grünen.

Zurück in den Trubel und weiter nach Hervest
Die Ruhe hielt jedoch nicht ewig. Bald erreichten wir eine Behelfsbrücke über die Lippe und damit wieder belebtere Wege. Es ging hinein ins Dorf Hervest, wo wir uns eine zweite Pause gönnten – ganz klassisch mit einem Weizenbier.


Frisch gestärkt führte uns der Weg weiter in Richtung Naturpark Hohe Mark.
Störche als zweiter Höhepunkt
Hier wartete bereits das nächste Highlight: die Nistplätze der Störche. Die großen Vögel auf ihren Horsten zu beobachten, ist immer wieder beeindruckend. Auch wenn hier entsprechend viel los war, hat sich dieser Abschnitt absolut gelohnt.

Industriegeschichte zum Abschluss

Auf dem Rückweg Richtung Dorsten wartete noch ein letzter markanter Punkt: der Förderturm der Zeche Fürst Leopold Schacht 2.

Die Zeche Fürst Leopold war über Jahrzehnte ein wichtiger Bestandteil des Ruhrbergbaus. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier Steinkohle gefördert, bis der Betrieb schließlich im Jahr 2001 eingestellt wurde. Heute erinnert der erhaltene Förderturm an diese Zeit und ist ein beeindruckendes Industriedenkmal – ein starker Kontrast zur Natur entlang der Lippe.
Fazit: Schöne Tour mit kleinen Einschränkungen
Am Ende erreichten wir wieder den Bahnhof Hervest-Dorsten – das Ziel unserer Rundwanderung.
Was bleibt, sind vor allem die Highlights: die ungewöhnliche Fähre, die ruhigen Naturabschnitte, die Störche und der Blick auf die industrielle Vergangenheit. Gleichzeitig gehört auch das typische 1.-Mai-Bild dazu: Gruppen junger Leute mit Bollerwagen, Musik und guter Laune.
Eine schöne Wanderung, die sich definitiv lohnt – aber ob man sie unbedingt an einem so stark frequentierten Feiertag machen muss, steht auf einem anderen Blatt.
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