Von Bad Bentheim nach Donaueschingen – der Start meiner EuroVelo-6-Reise
Nach meiner Radtour bis nach Istanbul war mir eines klar:
Diese Reise ist noch nicht zu Ende. Ich wollte sie fortsetzen – und zwar konsequent auf dem EuroVelo-Netz. Ein Ziel stand schnell fest: einmal quer durch Europa auf dem EuroVelo 6. Dieser Radweg musste einfach komplett gefahren werden.
Also packte ich mein Rad, verlud das Gepäck und machte mich mit dem Regionalzug auf den Weg nach Donaueschingen. Dass schon die Anreise zu einem kleinen Abenteuer werden würde, zeigte sich schneller als gedacht.
Eine Bahnfahrt, die Nerven kostet
Bereits der erste Tag hatte es in sich. Geplant war, zunächst bis Koblenz zu fahren und dort auf dem Campingplatz zu übernachten. Doch rund um Köln musste eine Bombe entschärft werden – mit entsprechenden Auswirkungen auf den Bahnverkehr.
Mehrfaches Umsteigen, volle Bahnsteige, kurzfristige Gleiswechsel – und das alles mit einem voll bepackten Reiserad. Besonders nervenaufreibend waren die Aufzüge: zu klein für Rad und Gepäck, jedes Mal alles abladen, Rad hinein, wieder heraus. Und wenn man das an einem Bahnhof gleich mehrfach machen muss, geht das nicht nur an die Substanz, sondern hinterlässt auch die ersten kleinen Schäden am Rad – noch bevor die eigentliche Reise überhaupt begonnen hat.

Als dann auf dem Bahnsteig endlich alles passte und man glaubt, es geschafft zu haben, kommt die Durchsage: „Der Zug fährt heute doch von einem anderen Gleis.“ Genau solche Momente braucht man eigentlich nicht – schon gar nicht am ersten Tag.
Umso größer war die Erleichterung, als ich schließlich in Koblenz ankam und zum Campingplatz fahren konnte, den ich von früheren Touren bereits kannte. Endlich ankommen, durchatmen, entspannen. Morgen sollte die Reise mit der Bahn weitergehen.
Ankunft in Donaueschingen
Am nächsten Morgen stand ich wieder auf dem Bahnsteig und dachte nur:
„Was kommt heute noch auf mich zu?“
Zum Glück verlief diese Etappe deutlich ruhiger. Ohne größere Zwischenfälle erreichte ich schließlich Donaueschingen. Nach der langen Fahrt von Bad Bentheim bis hierher war ich einfach froh, die Bahnfahrt hinter mir zu haben.

Wie so oft unterwegs ergaben sich Gespräche mit anderen Reisenden. Die Frage „Wo kommst du her und wo willst du hin?“ sorgt jedes Mal für erstaunte Blicke, wenn man die Route erklärt. Jetzt aber konnte ich mich endlich entspannen und die letzten Kilometer zum Campingplatz Riedsee-Camping radeln. Ich war angekommen.
Endlich auf dem Rad – der erste Tag
Am nächsten Morgen begann die eigentliche Radtour. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es los – zunächst über ein Stück Strecke, das ich bereits aus dem letzten Jahr kannte. Ich folgte der Donau und legte meinen ersten Stopp an der Donauversickerung ein. Ein Ort, den ich mir immer wieder gerne anschaue.

Interessant war diesmal, dass das Flussbett nicht trocken lag. In den vergangenen Jahren war hier meist kein Wasser zu sehen, doch die Regenfälle der letzten Woche hatten ihre Spuren hinterlassen.

Auch wenn ich diese Strecke bereits kannte, kann ich den Donauradweg nur empfehlen. Die Fahrt führte mich weiter bis nach Tuttlingen, wo ich den Donauradweg verließ und Kurs auf den Bodensee nahm.
Erste Höhenmeter und ein weiter Blick
Einfach war das nicht. Zum ersten Mal ging es über eine Hügelkette, und auch das erste Schieben ließ nicht lange auf sich warten. Doch oben angekommen wurde ich mit einem großartigen Blick in Richtung Bodensee belohnt – genau für solche Momente nimmt man die Anstrengung in Kauf.

Ich fuhr weiter bis nach Wahlwies. Am Ortsausgang entdeckte ich ein Schild: Campingplatz. Perfekt. Hier war für heute Schluss.
Zelt aufbauen, ein Bier, etwas zu essen – und zufrieden zurückblicken.
Der erste Tag auf dem Rad war geschafft.

Morgen geht es weiter.
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