Mit der sechsten Etappe endet meine Wanderung auf dem Töddenweg – zumindest vorerst. Die Strecke führt von Bad Bentheim über die deutsch-niederländische Grenze bis nach Oldenzaal.

Nach 25,7 Kilometern erreiche ich damit nicht nur ein neues Land, sondern auch das Ende des Töddenwegs. Doch der Weg selbst endet hier eigentlich nicht. In den Niederlanden trägt er einen anderen Namen und führt als Teil eines großen europäischen Fernwanderweges weiter.
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Start in Bad Bentheim – noch einmal durch historische Gassen
Der Startpunkt dieser letzten Etappe liegt erneut in der historischen Altstadt von Bad Bentheim. Beim Losgehen führen die ersten Meter noch einmal durch kleine Gassen, vorbei an alten Häusern, die zum Teil noch aus der Zeit der wandernden Leinenhändler stammen.


Der Töddenweg erinnert schließlich an jene Kaufleute, die im 17. und 18. Jahrhundert aus dieser Region aufbrachen, um ihre Waren in ganz Europa zu verkaufen. Die Architektur der Stadt erzählt bis heute von diesem wirtschaftlichen Aufschwung.
Schon kurz hinter dem Ort öffnet sich die Landschaft. Die Bentheimer Höhen gehen langsam in eine ruhigere, flachere Umgebung über.
Gildehaus – die Mühle als Wahrzeichen
Nach einigen Kilometern erreiche ich Gildehaus. Der kleine Ort gehört heute zur Stadt Bad Bentheim und war früher ein eigenständiges Kirchspiel.
Besonders auffällig ist die historische Ostmühle Gildehaus. Diese Windmühle prägt das Ortsbild und ist ein echter Blickfang entlang des Weges.

Mühlen waren früher ein wichtiger Bestandteil des ländlichen Lebens. Sie sicherten die Versorgung der Bevölkerung mit Mehl und waren gleichzeitig Treffpunkte und wirtschaftliche Zentren.
Für Wanderer ist dieser Ort ein schöner Zwischenpunkt, bevor es weiter Richtung Grenze geht.
Durch Waldstücke Richtung Grenze
Hinter Gildehaus verändert sich die Landschaft noch einmal leicht. Der Weg führt durch kleine Waldstücke und offene Abschnitte der Bentheimer Landschaft.
Diese Passagen wirken ruhig und fast abgeschieden. Die Wälder sind zwar nicht groß, sorgen aber für angenehme Abwechslung zwischen den offenen Feldern.


Schritt für Schritt nähert man sich der deutsch-niederländischen Grenze. Ein besonderer Moment – denn hier endet offiziell der Töddenweg.
Grenzübertritt und die Dinkel
Nach dem Grenzübertritt führt der Weg über die Dinkel.

Der kleine Fluss schlängelt sich ruhig durch die Landschaft und bildet an vielen Stellen ein idyllisches Naturbild. Gerade hier lohnt es sich, kurz stehen zu bleiben und eine Pause einzulegen. Die Umgebung wirkt ruhig und entschleunigt – ein schöner Moment, um den bisherigen Weg noch einmal Revue passieren zu lassen.
Der Töddenweg wird zum Marskramerpad.
Mit dem Grenzübertritt ändert sich nicht nur das Land, sondern auch der Name des Wanderweges.
Der Töddenweg geht hier in das niederländische Marskramerpad über. Dieser Fernwanderweg führt quer durch die Niederlande und ist gleichzeitig Teil des europäischen Fernwanderweges E11.

Der E11 verbindet verschiedene Länder Europas miteinander und folgt dabei historischen Handelsrouten. Genau hier zeigt sich erneut, wie stark die Wege der alten Händler auch heute noch unsere Wanderwege prägen.
Der letzte Abschnitt nach Oldenzaal
Der Weg Richtung Oldenzaal verläuft überwiegend entlang von Radwegen und kleineren Straßen. Große landschaftliche Höhepunkte gibt es auf diesem Abschnitt nicht mehr.
Dennoch hat dieser Teil seine eigene Atmosphäre. Man merkt, dass man sich in den Niederlanden befindet – die Landschaft wirkt offener, die Infrastruktur ist stärker auf Radfahrer und Wanderer ausgerichtet.

Kurz vor dem Bahnhof von Oldenzaal endet schließlich diese Etappe.
Vorläufiges Ende meiner Wanderung
In Oldenzaal werde ich meine Wanderung auf dem Marskramerpad zunächst beenden. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Weg hier für mich zu Ende ist.
Ganz im Gegenteil: Der Marskramerpad führt noch viele Kilometer weiter durch die Niederlande – und ist Teil des großen europäischen Wanderweges E11.

Mein Fokus wird sich jedoch zunächst wieder in eine andere Richtung richten. Da der Töddenweg ebenfalls Teil des E11 ist, möchte ich künftig auch den östlichen Abschnitt dieses Fernwanderweges erkunden.
Vielleicht geht es im nächsten Jahr wieder hier weiter – dann auf dem Marskramerpad.
Fazit dieser Etappe
Die sechste Etappe von Bad Bentheim nach Oldenzaal ist weniger spektakulär als manche andere Strecke auf dem Töddenweg. Doch sie hat eine besondere Bedeutung:
Sie markiert den Übergang zwischen zwei Ländern und gleichzeitig zwischen zwei Wanderwegen.
Der Töddenweg endet hier – doch der Weg der Händler und Reisenden setzt sich fort. Heute als Marskramerpad und als Teil des europäischen Fernwanderweges E11.
Und genau das macht diesen Abschnitt zu einem besonderen Abschluss dieser Wanderung.
Schau dir auch den Bericht von der Etappe 5 an.
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