Töddenweg – Tag 3: Winterwanderung von Dickeberg bis Hopsten
Der dritte Tag auf dem Töddenweg stand ganz im Zeichen des Winters. Schnee bedeckte die Landschaft, dämpfte Geräusche und verlieh der Wanderung eine besondere Ruhe. Die Etappe führte mich von Dickeberg in Richtung Buchholz, weiter zum Mittellandkanal, durch das Naturschutzgebiet Heiliges Meer – Heupen bis nach Hopsten – einem Ort mit enger Verbindung zur Geschichte der Leinenkaufleute.

Start in Dickeberg: Wandern im Schnee
Der Tag begann in Dickeberg bei winterlichen Bedingungen. Der Schnee machte die Landschaft still und fast zeitlos. Gerade auf historischen Wegen wie dem Töddenweg entsteht dadurch eine besondere Atmosphäre: Man ist langsamer unterwegs, aufmerksamer, und nimmt den Weg intensiver wahr.

Schon kurz nach dem Start wurde klar, dass diese Etappe nicht nur landschaftlich, sondern auch historisch sehr spannend werden würde.
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Der Buchholzer Bergbaupfad – Geschichte unter den Füßen
Ein zentraler Abschnitt dieser Etappe ist der Buchholzer Bergbaupfad. Hier stößt man auf zahlreiche Hinweise auf den früheren Erz- und Kohlebergbau, der diese Region über Jahrhunderte geprägt hat. Infotafeln, Geländestrukturen und Relikte im Wald erzählen von einer Zeit, in der der Bergbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war.

Aus historischer Sicht ist dieser Abschnitt besonders interessant: Der Bergbau sorgte nicht nur für Arbeit, sondern auch für Handelsverbindungen. Wege wie der Töddenweg profitierten davon, da Waren, Rohstoffe und später auch Leinen gehandelt wurden. Der Pfad macht deutlich, wie eng Landschaft, Wirtschaft und Mobilität miteinander verbunden waren.



Im Schnee wirkten die alten Abbauspuren noch eindrucksvoller – fast so, als würde die Geschichte kurz sichtbar an die Oberfläche treten.
Am Mittellandkanal und der Marina Recke
Nach dem bergbaugeschichtlich geprägten Abschnitt erreichte ich den Mittellandkanal. Dieser künstliche Wasserweg steht im starken Kontrast zu den alten Handels- und Bergbaupfaden, ist aber ebenfalls ein wichtiges Zeugnis der Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte der Region.
Ein kurzer Abstecher führte mich zur Marina Recke, einem kleinen Hafen, der heute vor allem Freizeitbooten dient. Gerade im Winter lag der Hafen ruhig und fast verlassen da. Trotzdem zeigt dieser Ort, wie sich Verkehrswege im Laufe der Zeit verändert haben – vom Handelsweg zu Wasser und zu Land hin zur modernen Infrastruktur.
Höhepunkt der Etappe: Naturschutzgebiet Heiliges Meer – Heupen
Der landschaftliche Höhepunkt dieser Etappe ist ohne Zweifel das Naturschutzgebiet Heiliges Meer – Heupen. Es ist das größte natürliche Binnenseegebiet in Nordrhein-Westfalen und ein bedeutendes Refugium für Pflanzen und Tiere.
Im Winter, mit Schnee und Eis, entfaltet das Gebiet eine ganz eigene Stimmung. Die Weite, die Stille und die besondere Landschaft machen diesen Abschnitt zu einem echten Erlebnis. Der Weg führt durch offene Flächen, vorbei an Wasser und Moor, und lädt dazu ein, kurz innezuhalten.

Gerade hier wird deutlich, wie vielfältig der Töddenweg ist: von Bergbaugeschichte über Wasserwege bis hin zu sensiblen Naturräumen.
Ziel in Hopsten – Ort der Leinenkaufleute
Das Tagesziel Hopsten ist historisch eng mit den Leinenkaufleuten verbunden. Der Ort war Teil des Handelsnetzes, das sich über den Töddenweg bis in die Niederlande spannte. Für die Kaufleute war Hopsten ein wichtiger Zwischenpunkt auf ihrem Weg.

Nach dieser langen und eindrucksvollen Etappe endete hier meine Wanderung. Schnee, Geschichte und Natur machten diesen Tag zu einem besonderen Abschnitt auf dem Töddenweg.
Fazit: Eine der eindrucksvollsten Etappen
Der dritte Tag auf dem Töddenweg vereint vieles, was diesen Weg so besonders macht: historische Tiefe, abwechslungsreiche Landschaften und ruhige Momente abseits des Alltags. Der Buchholzer Bergbaupfad, der Mittellandkanal und das Naturschutzgebiet Heiliges Meer – Heupen bilden eine außergewöhnliche Kombination.
Gerade als Winterwanderung bleibt diese Etappe in Erinnerung. Sie zeigt, dass der Töddenweg nicht nur ein historischer Handelsweg ist, sondern auch heute noch Raum für Entdeckungen, Reflexion und echtes Unterwegssein bietet.
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