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Brezelweg rund um Schloss Burg – 18,4 Kilometer zwischen Natur, Geschichte und Tradition

18,4 Kilometer, knackige Anstiege und ein Stück bergische Kultur:
Der Brezelweg im Bergischen Land verbindet eindrucksvolle Natur, historische Orte und regionale Tradition. Früh am Morgen, bei leichtem Nebel, starte ich an Schloss Burg in meine Wanderung. Schnell wird klar: Das hier ist kein gemütlicher Spaziergang, sondern eine abwechslungsreiche, fordernde Tour, die sich lohnt – für Naturfreunde, Wanderbegeisterte und Kulturinteressierte gleichermaßen.


Start am Parkplatz Burg – Früh unterwegs im Bergischen Land

Ich bin bewusst früh angereist. Als ich am Parkplatz oberhalb von Schloss Burg ankomme, liegt noch Ruhe über dem Ort. Der Nebel hängt zwischen den Hügeln, die Fachwerkhäuser wirken fast wie gemalt. Genau diese Momente liebe ich auf meinen Touren – wenn eine Region noch schläft und man sie fast für sich alleine hat.

Direkt am Schloss fallen Parkgebühren an. Tipp: Am Ende der Talsperrenstraße gibt es einen kostenlosen Parkplatz, von dem aus ihr ebenfalls bequem starten könnt. Gerade an Wochenenden eine entspannte Alternative.

Schon beim Blick auf das Höhenprofil wird klar: Die 18,4 Kilometer haben es in sich. Im Vergleich zu anderen Wanderungen ist hier deutlich mehr Kondition gefragt, dafür wartet eine abwechslungsreiche Strecke mit vielen Highlights.



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Warum heißt der Weg Brezelweg?

Der Name des Wanderwegs geht auf die Burger Brezel zurück – eine über 200 Jahre alte Spezialität aus Burg an der Wupper. Anders als die klassische Laugenbrezel besteht sie aus einem süßen, eher trockenen Teig und wird traditionell in Kaffee „gezoppt“.

Laut Überlieferung stammt das Rezept aus dem Jahr 1795: Ein verwundeter französischer Soldat wurde in Burg gepflegt und übergab seine Rezeptidee als Dank an die Bäckerfamilie Hösterey. Im 19. Jahrhundert verbreiteten wandernde Kiepenkerle die Brezel in der Region und darüber hinaus.

Bis heute wird die Herstellung der Brezel aufwendig per Hand ausgeführt, der Knoten wird vier- bis fünfmal verschlungen. Sie ist fester Bestandteil der Bergischen Kaffeetafel, ein beliebtes Mitbringsel und Symbolgebäck bei festlichen Anlässen. Ein Brezelbäckerdenkmal erinnert in Burg an diese Tradition.
Der Wanderweg trägt daher den Namen „Brezelweg“ als Hommage an diese regionale Spezialität.


Streckenverlauf – 18,4 km Natur, Geschichte und abwechslungsreiche Landschaften

Der Brezelweg startet direkt an Schloss Burg. Zunächst führt die Route entlang der Talsperrenstraße und unterhalb der Sportanlagen in einen ruhigen Fichtenwald. Schon hier wird das typische Auf und Ab des Bergischen Landes sichtbar.

Über offene Wiesen erreiche ich die Ortschaft Angerscheid. Gegenüber dem Sägewerk führt der Weg hinaus ins Grüne auf einen befestigten Wirtschaftsweg. Oberhalb der Sengbachtalsperre eröffnet sich ein schöner Blick in die bewaldeten Täler.

Am Höhrater Weg geht es links durch den Fichtenwald bergab Richtung Wupper, vorbei am Wasserwerk Glüder. Kurz darauf überquert man die Wupper in der Nähe des Tierheims – hier besteht die erste Möglichkeit, die Runde abzukürzen und nach Unterburg abzusteigen.

Wer die komplette Runde gehen möchte, folgt dem Weg weiter bergauf zur Petersmühle und in Richtung Gut Jagenberg, anschließend hinüber zum Hermann-Löns-Denkmal und weiter bis zur B 229. Danach öffnet sich die Landschaft erneut: Wiesen, Felder und weite Ausblicke begleiten den Weg bis zum Wiesenkotten, wo eine weitere Abkürzungsmöglichkeit besteht.

Der Weg bleibt abwechslungsreich: Unterhalb der Bodelschwingh-Siedlung geht es durch Wiesen und an Pferdekoppeln vorbei bis zur Westhauserstraße. Nach deren Überquerung führt die Strecke ins Eschbachtal zum historischen Altenhammer, einem ehemaligen Standort der Hammerschmieden. Vorbei am ehemaligen Schultesteich zieht der Weg weiter über Sellscheid, Neuenflügel, Buschhausen, Stolzenberg und Unterwinkelhausen zurück zur Talsperrenstraße und schließlich zum Ausgangspunkt Schloss Burg.


Landschaft und Atmosphäre

Der Brezelweg bietet alles, was das Wandererherz begehrt:

  • Dichte Fichtenwälder und schattige Pfade
  • Offene Wiesen mit weiten Aussichten
  • Idylle entlang der Wupper und der Sengbachtalsperre
  • Historische Stätten wie Mühlen, Denkmäler und alte Hammerwerke

Besonders am frühen Morgen entfaltet die Landschaft ihre ganz besondere Stimmung: Nebel über den Tälern, Lichtspiele durch die Baumwipfel – hier spürt man die Ruhe der Region am stärksten.


Für wen ist der Brezelweg geeignet?

Grundsätzlich kann jeder diese Wanderung gehen, aber:

  • Kondition: 18,4 km und mehrere Steigungen verlangen eine solide Grundfitness
  • Ausrüstung: Gutes, stabiles Schuhwerk ist Pflicht, besonders auf Abstiegen und feuchtem Untergrund.
  • Abkürzungen: möglich an der Wupperbrücke oder am Wiesenkotten; ausgeschildert mit „Seilbahn“ und A8

Die komplette Runde lohnt sich für alle, die Natur, Bewegung und Kultur verbinden möchten.


Schloss Burg – ein historisches Highlight

Schloss Burg thront eindrucksvoll über der Wupper und prägt das Landschaftsbild der Region. Die Burg entstand im 12. Jahrhundert als Stammburg der Grafen von Berg und diente später als Residenz der Herzöge. Nach Zeiten des Verfalls begann ab 1886 eine umfassende Wiederaufbauinitiative, die Schloss Burg zu einer der größten rekonstruierten Burganlagen Nordrhein-Westfalens machte.

Heute dient die Burg als Museum, Veranstaltungsort und kultureller Treffpunkt. Ein Rundgang lohnt sich nach der Wanderung unbedingt – ebenso wie ein Bummel durch den historischen Ortskern mit seinen Fachwerkhäusern.


Praktische Infos auf einen Blick

  • Start/Ziel: Parkplatz Schloss Burg (gebührenpflichtig) oder kostenlos am Ende der Talsperrenstraße
  • Länge: 18,4 km
  • Schwierigkeitsgrad: Mittel – einige steile Anstiege, Abstiege und Wiesenpfade
  • Dauer: ca. 5–6 Stunden Gehzeit inkl. Pausen
  • Ausrüstung: festes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung
  • Abkürzungen: Wupperbrücke, Wiesenkotten – ausgeschildert mit „Seilbahn“ und A8
  • Highlights: Sengbachtalsperre, Petersmühle, Hermann-Löns-Denkmal, Altenhammer, Wupper-Täler
  • Kulinarisches: Burger-Brezel nicht verpassen
  • Tipp: Früh starten für ruhige Momente; kostenlose Parkmöglichkeiten an der Talsperrenstraße nutzen; Burg Burg nach der Wanderung besichtigen.

Fazit

Der Brezelweg ist eine abwechslungsreiche, landschaftlich schöne und kulturreiche Rundwanderung im Bergischen Land. Er verbindet Natur, Geschichte und Tradition und fordert gleichzeitig Kondition und Trittsicherheit.

Für mich war es eine intensive, aber äußerst lohnende Tour – anspruchsvoller als der Töddenweg, aber landschaftlich mindestens genauso beeindruckend. Und am Ende wartet die wohlverdiente Belohnung: eine echte Burgerbrezel.

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